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Veröffentlicht am 20. Mai 2026

Arbeitsbedingungen

Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeitarbeit, befristete Anstellungen oder Mehrfachbeschäftigungen sind im Kultursektor deutlich präsenter als in der Gesamtwirtschaft.

Die Beschäftigungsverhältnisse haben einen Einfluss auf die soziale Sicherheit der Kulturschaffenden. Neben den Arbeitsbedingungen wie Teilzeitarbeit, befristete Anstellungen, Mehrfachbeschäftigungen oder Betriebszugehörigkeit sind auch die selbständige Erwerbstätigkeit und das Erwerbseinkommen relevant – diese zwei Aspekte werden in weiteren Indikatoren ausführlicher betrachtet.

Dieser Indikator möchte die Kulturschaffenden im Vergleich zur Gesamtwirtschaft näher präsentieren, deshalb werden jeweils Vergleiche zwischen dem Kultursektor und der Gesamtwirtschaft präsentiert, wobei nach Möglichkeit die Unterschiede nach Geschlecht weiter aufgeschlüsselt werden.

Stossrichtung

Die soziale Sicherheit von Kulturschaffenden und Personen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen generell im Kultursektor sollen gezielt verbessert werden. Entsprechend sollen die Differenzen bei den atypischen Beschäftigungsverhältnisse im Vergleich zur Gesamtwirtschaft tendenziell kleiner werden.

Auswertung

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft hat die Kulturbranche teilweise deutlich andere Arbeitsbedingungen:

  • Kulturschaffende arbeiten häufiger Teilzeit (52.9% Prozent) als die Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft, dies gilt sowohl für Frauen wie Männer. Allerdings zeigt sich bei der Betrachtung nach Geschlecht, dass unabhängig von der Branche der Teilzeitanteil bei Männer klar tiefer ist als bei Frauen.
  • In der Kulturwirtschaft sind unbefristete Verträge seltener anzutreffen (86.0%), und zwar sowohl für Männer wie Frauen. Hier dominiert die Branche und nicht das Geschlecht die Differenzen.
  • Kulturschaffende haben häufiger mehrere Beschäftigungen (15.0%) als in der gesamten Erwerbsbevölkerung.
  • In der Kulturwirtschaft ist der Anteil der Kulturschaffenden mit einer Betriebszugehörigkeit von fünf und mehr Jahren höher als bei den Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft (57.4%), wobei Frauen in beiden Fällen weniger lange in den Betrieben sind als Männer.
  • Die Arbeitslosenquote hat sich in den letzten 15 Jahren der Gesamtwirtschaft angeglichen und ist in der Kulturwirtschaft im Jahr 2025 bei knapp 4 Prozent.

Die Kulturwirtschaft zeigt somit klare Anzeichen für atypischere Arbeitsverhältnisse – höhere Teilzeitquote, mehr befristete Verträge, Mehrfachbeschäftigung. Hinzu kommt, dass Kulturschaffende deutlich häufiger als Selbständige arbeiten und tiefere Löhne erhalten, wie das weitere Indikatoren zeigen. Entsprechend ist die soziale Sicherheit der Kulturschaffenden eine relevante Grösse der Kulturpolitik des Bundes. Dieser Punkt wird im Bericht «Soziale Sicherheit der Kulturschaffenden in der Schweiz» (als Antwort auf das Postulat 21.3281 von Marianne Maret) näher behandelt (siehe Links unten).

Die Unterschiede nach Geschlecht zeichnen dabei zusätzlich ein Bild, dass weibliche Kuturschaffende häufiger in atypischen Arbeitsverhältnissen arbeiten als Männer, und somit zusätzlich in einer prekären Situation sind.

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